
Für Medical Design im iF Design Ranking
Designarbeit dort, wo es auf jedes Detail ankommt.
Eine schöne Nachricht zum Jahresauftakt: Im aktuellen iF Design Ranking zählen wir zu den führenden deutschen Agenturen in der Kategorie Medical. Hinter dieser Platzierung stehen Jahre konzentrierter Designarbeit an Healthcare-Projekten, die Menschen und Technologie zusammenbringen.
Anlass genug, einen Schritt zurückzutreten und zu erzählen, woran wir in den letzten Jahren gearbeitet haben.
Was hinter dieser Position steht
iF Design wurde 1953 in Hannover gegründet und gehört zu den ältesten und international renommiertesten Designinstitutionen. Tausende Einreichungen aus über 70 Ländern werden jedes Jahr von einer unabhängigen Expertenjury bewertet.
Das Ranking basiert auf der kumulierten Award-Performance über mehrere Jahre. Es spiegelt nachhaltige Designleistung wider – und genau das ist im Healthcare-Kontext entscheidend. Produkte müssen Usability-Validierungen bestehen, regulatorische Anforderungen erfüllen und sich in echten klinischen Settings und Workflows bewähren. Gutes Design wird im täglichen Einsatz sichtbar: durch Klarheit, Sicherheit und einfache Bedienung – nicht durch Optik allein.
„Medical Design ist für uns kein Feld, das wir bedienen – es ist der Anspruch, an dem wir uns messen. Wir arbeiten strategisch und tauchen tief ins gesamte Ökosystem ein: medizinisches Fachpersonal, Patient:innen, Einkauf, Technik. Aus dieser Tiefe entsteht Design, das funktioniert – nicht nur Design, das gut aussieht. Komplexität und klinische Realität sind für uns keine Einschränkungen. Sie sind die Bedingungen, unter denen sich die Qualität der Arbeit erst zeigt.”
– Roman Gebhard, Managing Partner, FLUID Design
Wo digitale und physische Welt aufeinandertreffen
Ein großer Teil unserer Arbeit im Medizinbereich liegt an der Schnittstelle von Industrial Design und digitaler Interaktion.
Laborsysteme, Diagnostikinstrumente und vernetzte Medizintechnik sind keine isolierten Objekte mehr. Sie sind Teil größerer Ökosysteme aus Hardware, Software und Daten.
Designentscheidungen prägen, wie Nutzer:innen durch komplexe Systeme navigieren, wie sicher kritische Prozeduren durchgeführt werden – und wie schnell neue Anwender:innen sich an einem Gerät einarbeiten.
Diesen Herausforderungen begegnen wir iterativ; durch Research, Prototyping, Testing und Verfeinerung. Human Factors sind dabei kein nachträglicher Gedanke. Sie sind von Anfang an Teil des Prozesses.
Wie das in Projekten aussieht
Ein Highlight der vergangenen Jahre: die epMotion®-Serie von Eppendorf, eine automatisierte Liquid-Handling-Plattform für Biotech und Pharma. Die Aufgabe war nicht, ein einzelnes Gerät neu zu gestalten – sondern eine neue Designsprache für eine ganze Produktfamilie zu etablieren.
In einer langjährigen Partnerschaft mit Eppendorf haben wir einen visuellen und funktionalen Ausdruck entwickelt, der den Qualitätsanspruch der Marke in physische Form übersetzt: reduzierte Geometrie, ein markantes Metallband, das jedes Gerät umläuft, eine prominente LED-Statuslinie, die den Systemzustand auf einen Blick kommuniziert.
Die Designsprache positioniert Eppendorf als systematischen Full-Service-Anbieter im professionellen Laborumfeld – und wurde 2025 mit dem iF Design Award ausgezeichnet. Heute bildet sie die Grundlage für weitere Geräte aus dem Eppendorf-Portfolio.

Ähnlich vielschichtig war die Arbeit am MASTERPULS Icon für Storz Medical – einer Stoßwellentherapie-Gerätelinie für Orthopädie, Physiotherapie und Rehabilitationsmedizin. Bei der ersten Beobachtung in der Klinik ist uns schnell aufgefallen: Über die Jahre hatten inkrementelle Software-Ergänzungen dazu geführt, dass das Interface nicht mehr sauber zum tatsächlichen klinischen Workflow passte. Therapeut:innen kompensierten das mit Workarounds.
Genau hier setzte unsere Arbeit an. Wir haben Hardware und UX/UI parallel von Tag eins an entwickelt – einschließlich des UI-Systems. Dabei haben wir die gesamte Produktarchitektur neu definiert:
Ergonomie der Therapie-Handstücke, Aufbewahrungs- und Halterungslogik sowie die 360°-Behandlungssituation. Reale Therapie-Sequenzen haben wir vor Ort mit Anwender:innen kartiert und das Interface anschließend rund um das klinische Denkmodell und die realen Abläufe neu aufgebaut – von der Indikationsauswahl bis zur Behandlungsdokumentation. Ein medizinisch korrekter, animierter Patienten-Avatar macht den Behandlungsbereich am Körper sichtbar und führt Patient:innen verständlich durch den Ablauf – ein Detail, das im Klinikalltag spürbar Vertrauen schafft.

Und manchmal liegt die größte Wirkung in einem einzigen Detail. Für Aspivix, ein Schweizer Medizin-Startup, haben wir Carevix entwickelt (ein Tenakulum-Instrument mit Saug-Technologie für die IUP-Einlage). Der Behandlungsstandard in diesem Bereich hatte sich seit über hundert Jahren nicht substanziell verändert – rund 90 % der Patientinnen berichten Schmerzen während des Eingriffs, was viele davon abhält, sich für diese hochwirksame Verhütungsoption zu entscheiden. Unser Ansatz kombinierte tiefes Research mit Gynäkolog:innen, Patientinnen und Hebammen mit iterativem, funktionalem Prototyping – fokussiert auf Einfachheit im einzigen entscheidenden Interaktionsmoment.
Das Ergebnis verzichtet vollständig auf das Durchstechen von Gewebe, reduziert Schmerzen und Blutungen deutlich und vermittelt klinische Verlässlichkeit über Form und Ergonomie – sowohl für Patientinnen als auch für Behandelnde. Carevix wurde 2022 mit dem iF Design Award ausgezeichnet.

Drei Projekte, drei klinische Kontexte – derselbe Anspruch:
Design, das trägt
Unser Fokus liegt heute klar bei Medical und Healthcare – dort, wo Designentscheidungen Auswirkungen haben, die über das Produkt hinausgehen: auf Behandlungsqualität, Patientenvertrauen und die Sicherheit derer, die das Produkt täglich nutzen.
Von München aus arbeiten wir mit Healthcare-Unternehmen und MedTech-Startups in Deutschland und international – mit Entscheider:innen aus Produktmanagement, R&D und Designführung, die nach einem Partner suchen, der sowohl technische Komplexität als auch klinische Realität versteht. MDR und IEC 62366 sind für uns Alltag, nicht Sonderfall. Human Factors und Usability Engineering bringen wir von Anfang an in den Designprozess.
Das bleibt unser Maßstab.
















