
Am Dienstag, dem 5. Mai, war unser Co-Founder Roman Gebhard Teil des Panels „From Playground to Impact" in der IHK München, ausgerichtet im Rahmen der Munich Creative Business Week 2026.

Das Format: kurze Impulsvorträge, im Anschluss eine Paneldiskussion. Vier sehr unterschiedliche Perspektiven darauf, wie Design Innovation vorantreibt, in einem Raum:
- Daniela Bohlinger (BMW Group), die bei BMW den digitalen Designprozess verantwortet, darüber, was es braucht, um Designqualität in einer global aufgestellten Organisation zu skalieren, wenn ein immer größerer Teil des Produkts aus Software besteht.
- Vincent Weckert (Agile Robots SE) zu KI-getriebener Innovation in der humanoiden Robotik, und was passiert, wenn intelligente Systeme aus kontrollierten Umgebungen heraustreten und sich Räume mit Menschen teilen.
- Jakob Bergmeier (enna) über eine zutiefst menschliche Form von Innovation. Er hat ein Video-Telefon entwickelt, und ein Startup darum herum, damit seine Großmutter mit der Familie in Kontakt bleiben konnte.
- Roman Gebhard (FLUID) zu Innovation in Health und MedTech, anhand von zwei realen Projekten: einem neuen Ultraschall-Therapiegerät Icon für Storz Medi
cal und dem gynäkologischen Instrument Carevix von Aspivix. Beide zeigen, wie aus einer ambitionierten Idee ein regulatorisch konformes, marktreifes Produkt wird.
Die Diskussion moderierte Maren Martschenko, die in ihrer Arbeit Innovation und Markenaufbau zusammenbringt. Sie hat aus vier Branchen ein echtes Gespräch gemacht statt vier paralleler Monologe und dabei die rote Linie klar herausgearbeitet: Design als die Disziplin, die aus Möglichkeit Wirkung macht.

Worüber das Panel tatsächlich gesprochen hat
Drei Stränge kamen immer wieder zurück.
Neue Werkzeuge und Methoden. Was den Alltag in Design und Produktentwicklung gerade wirklich verändert, und was Hype ist, der wieder verschwindet. Die ehrliche Antwort lag dazwischen: Eine kleine Zahl an Werkzeugen schreibt Arbeitsabläufe neu, der Wert kommt aber weiter von den Menschen, die sie nutzen, und von den Fragen, die sie stellen.

KI in Produktentwicklung und Designprozess. Weniger als Funktion, die man oben aufsetzt, mehr als Schicht, die langsam unter allem liegt: Recherche-Synthese, das Durchspielen von Optionen, Code, Text, Simulation. Der gemeinsame Nenner: KI ist dann nützlich, wenn sie den Aufwand absorbiert, damit Designerinnen, Designer und Entwicklungsteams mehr Zeit für Urteilsvermögen, Geschmack und echte Nutzer haben.
Der Stand von Innovation in Unternehmen, hier und jetzt. Wo sie wirklich vorankommt, wo sie unter Kostendruck ins Stocken geraten ist, und was Designführung in diesem Klima eigentlich bedeutet. Die Mitnahme aus dem Raum: Innovation ist keine Budgetzeile, sondern eine Haltung. Die Unternehmen, die sie am Leben halten, sind die, die Design als strategische Fähigkeit verstehen, und nicht als nachgelagerten Service.
Munich Creative Business Week - Deutschlands größter Designevent
Die MCBW ist Deutschlands größter Designevent und einer der wichtigsten Treffpunkte für die nationale und internationale Kreativ- und Designwirtschaft. Organisiert von Bayern Design, bringt sie jedes Jahr im Mai Designerinnen und Designer, Unternehmen, Startups, Studierende und Designinteressierte in München zusammen. Ziel: die kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Relevanz von Design sichtbar und für alle erlebbar zu machen. Das Motto in diesem Jahr: Playground of Possibilities. FLUID ist seit der allerersten Ausgabe dabei.

Ein Raum voller Innovationsleute
Was diesen Abend in der IHK ausgemacht hat, waren das Publikum und die Gespräche danach. Mittelständische Unternehmen, Startup-Gründerinnen und -Gründer, Menschen aus Innovation, F+E und Produktverantwortung sind lange über das offizielle Ende hinaus geblieben. Die Gespräche liefen quer durch die Branchen, Mobilität, Robotik, Care, Gesundheit, aber die Fragen waren auffällig ähnlich: Wie holt man Designtiefe in eine Organisation, die kein eigenes Designteam hat? Wie macht man KI in regulierten Umgebungen wirklich nützlich? Wie hält man den Menschen im Mittelpunkt, wenn das Produkt mehr Software als Hardware wird?
Jakobs Geschichte hat besonders berührt. Ein Video-Telefon für eine Großmutter zeigt, wie Design-getriebene Innovation im besten Fall aussieht: Ein echtes menschliches Problem ernst nehmen, dann sauber entwickeln, gestalten und mit Sorgfalt in den Markt bringen.
Genau für diese Gespräche gibt es FLUID. Und genau diese Räume schaffen IHK und MCBW.

Danke
Ein herzliches Dankeschön an Nadine Vicentini, Geschäftsführerin von Bayern Design und der Munich Creative Business Week, und Christoph Angerbauer, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der IHK für München und Oberbayern, für die Ausrichtung des Panels und die Einordnung der Diskussion. Und ein besonderer Dank an Maren Martschenko für die Moderation - der Abend hat funktioniert, weil sie ihn zum Funktionieren gebracht hat.
Ein zweites Dankeschön an die Menschen, die den Abend hinter den Kulissen gebaut haben: Nadine Kussinger und Kilian Fabich von Bayern Design sowie Gabriele Vetter und Jessica Pleitez von der IHK München. Dass das MCBW-Format funktioniert, liegt an Teams wie ihrem.
Wir kommen nächstes Jahr wieder.

Fotos: © Lukas Barth-Tuttas
















