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September 14, 2026

IFA Berlin 2026

Mehr Textur, mehr Haptik, mehr KI – aber weniger Identität?

Beim Rundgang durch die IFA-Hallen in diesem Jahr waren einige Themen kaum zu übersehen:

• Die Designsprache der Unterhaltungselektronik schwappt zunehmend in den Bereich der Haushaltsgeräte über: mehr Texturen, ausdrucksstärkere Farben und immer ausgefeiltere CMF-Strategien.

• Haptik wird genauso wichtig wie Optik. Produkte werden längst nicht mehr nur danach beurteilt, wie sie aussehen, sondern auch danach, wie sie sich anfühlen und wie wir mit ihnen interagieren.

• Matt ist das neue Glossy - für ruhigere, hochwertigere und zunehmend haptischere Produkterlebnisse.

• Und natürlich: die obligatorische Integration von KI.

Doch jenseits der offensichtlichen Trends ist uns vor allem eines aufgefallen:
Einige der spannendsten Produkte auf der IFA kamen nicht von den größten und etabliertesten Marken. Sondern von kleineren, weniger bekannten Playern und ambitionierten Herausforderern - von Marken, die bereit sind zu experimentieren, neue Ideen einzubringen und eine klarere Haltung zu zeigen.
Unternehmen wie Cecotec, Fellow oder Challenger wie SharkNinja haben gezeigt: Innovation bedeutet nicht nur, mehr Funktionen hinzuzufügen. Es geht auch darum, Produkte mit Charakter, Klarheit und einer eigenständigen Identität zu schaffen.Und ganz ehrlich: Genau hier hätten wir uns von einigen der etablierten Player mehr gewünscht.

Zu viele neue Produkte auf der Messe wirkten eher wie inkrementelle Updates als wie echte Schritte nach vorn. Vertraute Formen. Vertraute Interfaces. Vertraute Funktionen. Hier ein neues Finish, dort eine weitere smarte Funktion - aber nur wenig, bei dem wir wirklich innehalten und denken: „Das ist anders.“
Natürlich stehen große Unternehmen vor größeren Herausforderungen. Etablierte Technologien, komplexe Portfolios, Risikomanagement und die Erwartungen bestehender Kund machen radikale Veränderungen schwieriger.Und das bedeutet nicht zwangsläufig, dass hinter den Kulissen zu wenig Innovation stattfindet. Vielleicht findet einfach zu wenig davon seinen Weg ins konkrete Produkterlebnis - oder wird nicht stark genug sichtbar, um von Konsumenten wahrgenommen zu werden.

Denn Innovation sollte nicht einfach bedeuten, mehr zu machen. Sie sollte bedeuten, anders zu denken - und diesen Unterschied spürbar zu machen.
Design spielt dabei eine entscheidende Rolle.
In unsicheren Zeiten ist es verlockend, auf Nummer sicher zu gehen, nach links und rechts zu schauen und dem zu folgen, was bei anderen scheinbar funktioniert. Doch daraus entsteht schnell ein gefährlicher Kreislauf: Marken nähern sich einander an, Produkte werden ähnlicher - und am Ende auch die Gründe, warum Konsumenten einer Marke treu bleiben.Warum sollte sich jemand für eine Waschmaschine statt für eine andere entscheiden, wenn sie zunehmend gleich aussehen, sich gleich anfühlen und sich gleich verhalten?

Unsicherheit ist kein Grund, weniger eigenständig zu werden. Sie ist ein Grund, noch eigenständiger zu werden.
Jetzt ist der Moment für Marken, Produktdesign, Innovation und Technologie zu nutzen, um klar zu zeigen, wer sie sind statt einfach nur mit allen anderen Schritt zu halten.Die IFA 2026 hat uns daran erinnert, dass es durchaus einen großen Appetit auf neue Ideen gibt.Die Frage ist, ob die etablierten Player bereit sind, die notwendigen Risiken einzugehen, um diese Ideen sichtbar und relevant zu machen.


Denn am Ende sind die interessantesten Produkte nicht unbedingt diejenigen mit den meisten Funktionen.Sondern diejenigen, die uns einen Grund geben, uns für sie zu interessieren.